"Wir sind noch einmal davongekommen": Teaser

07. April 2020 • Schauspiel Dramaturgie • erstellt von Angelika Meyer-Speer

Die Welt im Krisenmodus. Die Menschheit in selbstzerstörerischer Ohnmacht. Von allen Seiten Bedrohung durch Kriege, durch die Klimakatastrophe, durch Pandemien. Der Weltuntergang, das unausweichliche Ende naht. Oder vielleicht doch nicht? Werden wir noch einmal davonkommen?

1942 schreibt der US-Amerikaner Thornton Wilder mit Wir sind noch einmal davongekommen ein Stück über die von Katastrophen geplagte Menschheit und den Kampf des ständigen Neuanfangs. Anfang des Jahres plante der diesjährige Abschlussjahrgang Schauspiel der Theaterakademie August Everding unter der Regie von Marcel Kohler, diesen brandaktuellen Stoff neu zu erforschen. Nichtsahnend, dass der Umgang mit Krisensituationen schon wenige Wochen später zur bitteren Realität werden würde und Horrornachrichten aus aller Welt unser tägliches Leben bestimmen. In einer Zeit, in der Theater und Hochschulen dicht sind, der Probenbetrieb bis auf Weiteres eingestellt und Bühnenpremieren abgesagt wurden, bedeutet das für das Theater, wie wir es kennen, vor allem eines: Umdenken. Sich selbst neu erfinden. Möglichkeiten ausloten und Grenzen aufzeigen. Und sich die alles entscheidende Frage stellen:

Wie kann und muss eine Theaterpremiere im April 2020 aussehen?


Daher wird die Premiere zum geplanten Premierendatum am 16. April online stattfinden. Live und in Farbe. Über den YouTube-Kanal der Theaterakademie. Die Bühne weicht den eigenen vier Wänden, das Ensemble spielt, jeder für sich, in seiner eigenen Wohnung, und doch zusammen, in ein und demselben Stück, zur gleichen Zeit. Das Team erarbeitet unter Einbeziehung dieser theatralen Ausnahmesituation Wilders Stück über Videokonferenzen und konfrontiert sich und uns mit Fragen zur Zukunft des Theaters: Wie gestaltet sich ein Theaterabend, der ohne physischen Kontakt allein in Isolation entstanden ist? Welchen Einfluss hat die aktuelle Krisensituation auf ein Stück, in dem die Figuren von einer Krise in die nächste gestoßen werden? Wo vereinen sich theatrale Fiktion und Realität? Und inwieweit profitiert der Stoff vielleicht sogar von dieser ganz speziellen und neuartigen Form des Theatermachens?

Einen ersten Vorgeschmack, was uns nächsten Donnerstag erwarten wird, liefert unser neuer Teaser zur Produktion.


Wir sind noch einmal davongekommen
Theaterstück von Thornton Wilder

Videokonferenz-Livestreaming:
Donnerstag, 16. April 2020, 19.30 Uhr
auf 
https://youtu.be/KcOXN5JM1A8

Werkeinführung um 19.25 Uhr

Empfohlen ab 14 Jahren


Inszenierung und Bühne  Marcel Kohler
Kostüm  Natalie Soroko
Dramaturgie  Peter Sampel
Akustische Regie  Nils Strunk
Digitale Konzeption und Videodesign  Thilo David Heins
Streaming-Operator  Stefan Arndt
Sounddesign und Liveton-Mischung  Georgios Maragkoudakis
Licht  David Jäkel
Regieassistenz und Abendspielleitung  Benjamin Kohler
Regiehospitanz  Marie Fuchs

Mit Aydin Aydin, Oscar Bloch, Sebastian Kremkow, Luiza Monteiro, Steffen Recks, Sandra Julia Reils, Tamara Romera Ginés, Fabio Savoldelli und Berit Vander

Theaterakademie August Everding und Hochschule für Musik und Theater München mit dem Studiengang Schauspiel (Leitung: Prof. Jochen Schölch)

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